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Meno Health. Clinical Evidence.

#134: Männer in der Andropause: Symptome, Mythen und Behandlung

Männer in der Andropause: Symptome, Mythen und Behandlung

Wenn du bei einem Mann in deinem Leben, vielleicht deinem Partner, Vater oder Bruder, Veränderungen im Körper, in der Stimmung oder in der Energie bemerkt hast und er in den Vierzigern oder Fünfzigern ist, könnte das nicht einfach „Alterserscheinungen” sein. Es könnte sich um die Andropause handeln, die manchmal auch als „männliche Menopause” bezeichnet wird.

In dieser Phase kommt es zu einem allmählichen Rückgang des Testosteronspiegels und anderen hormonellen Veränderungen, was Symptome hervorrufen kann, die sowohl seinen Geist als auch seinen Körper beeinträchtigen. Für viele Männer ist schon das blosse Erkennen dieser Veränderungen ein grosser Schritt, um wieder die Kontrolle zu erlangen, und deine Unterstützung kann dabei von unschätzbarem Wert sein.

Worauf du achten solltest

Die Symptome treten nicht immer eindeutig zutage. Es kann sein, dass er im Laufe der Zeit ein, mehrere oder unterschiedliche Muster aufweist. Möglicherweise stellst du Folgendes fest:

  1. ​Ein Rückgang der Libido oder Veränderungen der sexuellen Leistungsfähigkeit.
  2. ​Veränderungen der Körperzusammensetzung, wie z. B. verminderte Muskelmasse, vermehrtes Bauchfett oder Kraftverlust.
  3. ​Anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung oder gestörte Schlafmuster.
  4. ​Stimmungsschwankungen, wie z.B. neue Reizbarkeit, geringe Motivation oder emotionale „Flachheit”.
  5. Er könnte sich über Konzentrationsschwierigkeiten oder Gedächtnislücken beschweren.

Vielleicht fällt dir auch auf, dass seine Motivation deutlich nachlässt. Aufgaben, die ihm früher Spass gemacht haben, könnten ihm jetzt „schwer” vorkommen, oder du siehst, wie er ausdruckslos auf seine To-do-Liste starrt und nicht in der Lage ist, etwas Sinnvolles anzufangen. Das passiert oft, weil er sich geistig und körperlich erschöpft fühlt.

Fakten von Fiktion trennen

Es ist wichtig zu verstehen, was Andropause eigentlich ist, da es viele Mythen gibt.

Der Mythos „Menopause”: Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Männer genau wie Frauen eine „männliche Menopause” durchlaufen, die klar definiert und dramatisch ist. In Wirklichkeit ist die Veränderung viel allmählicher und subtiler. Im Gegensatz zu dem plötzlichen Hormonabfall, den Frauen oft erleben, sinkt der Hormonspiegel der meisten Männer über viele Jahre hinweg langsam, sodass der Beginn weniger offensichtlich sein kann.

Der Mythos „Behandlung”: Ein weiteres Missverständnis ist, dass eine Behandlung immer eine Testosteronersatztherapie bedeutet. Das ist zwar eine Option, aber Lebensstiländerungen, wie Krafttraining, guter Schlaf, Stressbewältigung und Ernährung, spielen eine grosse Rolle dabei, wie er sich im Alltag fühlt und ob medizinische Behandlungen nötig sind.

Wie er Unterstützung bekommen kann

Wenn die Andropause sein Leben zu beeinträchtigen scheint, kann er (und sein Arzt) Folgendes in Betracht ziehen.

  • Medizinische Untersuchung: Der erste Schritt ist oft ein Besuch beim Hausarzt. Wenn Blutuntersuchungen einen niedrigen Testosteronspiegel zeigen und er Symptome hat, kann sein Arzt oder ein Spezialist eine Hormontherapie besprechen. Dies geschieht jedoch erst nach sorgfältiger Abwägung anderer Faktoren, wie z. B. seiner Prostatagesundheit oder kardiovaskulären Risiken.
  • ​Gezielte Linderung der Symptome: Wenn Schlafstörungen das Hauptproblem sind, er schlechte Laune hat oder sexuelle Schwierigkeiten bestehen bleiben, gibt es spezielle Behandlungen, Therapien und Beratungen, die direkt bei diesen Symptomen helfen können.
  • ​Offenes Gespräch: Dies ist vielleicht der wichtigste Punkt. Vielen Männern fällt es unglaublich schwer, über diese Veränderungen zu sprechen, da sie sie als Versagen ihrer Männlichkeit oder einfach als „Altwerden” betrachten. Die Möglichkeit, Symptome offen mit dem Partner oder Arzt zu besprechen, ist sehr wichtig, um die richtige Unterstützung zu finden. 

Wenn du den Verdacht hast, dass ein Mann, der dir am Herzen liegt, unter den Auswirkungen der Andropause leidet, kann es dir helfen, ihn zu unterstützen, wenn du weisst, was realistisch ist und was nicht. Ein offenes, vorurteilsfreies Gespräch könnte der Anstoss sein, den er braucht, um Massnahmen zu ergreifen. Gesunde Anpassungen oder eine gezielte Behandlung können die kommenden Monate und Jahre für ihn viel angenehmer machen.

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