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#139: Deinen Eisenwert verstehen: Warum „normal“ nicht immer genug ist

Deinen Eisenwert verstehen: Warum „normal“ nicht immer genug ist

Eisen ist wichtig, nicht nur für die Energie, sondern für die allgemeine Gesundheit. Trotzdem denken viele Leute, dass alles okay ist, wenn sie „normale“ Laborwerte sehen. Bei den Eisenspeichern ist aber mehr im Spiel, als man auf den ersten Blick sieht.

Was Ferritin tatsächlich anzeigt

Ferritin ist ein Protein, das Eisen in deinem Körper speichert. Die Messung des Serumferritins gibt Aufschluss darüber, wie viel Eisen du gespeichert hast (in Organen, Knochenmark usw.). 

Dies macht es oft nützlicher als einen einfachen „Serumeisentest”, da das zu einem bestimmten Zeitpunkt zirkulierende Eisen schwanken kann, während Ferritin eher die längerfristige Eisenspeicherung widerspiegelt. 

Warum der „Normbereich” irreführend sein kann

Die Referenzwerte für Ferritin variieren stark zwischen den Labors. Was ein Labor als „normal” ansieht, kann ein anderes als niedrig bewerten. 

Wegen dieser Schwankungen bedeutet ein Ferritinwert im „normalen” Bereich nicht immer, dass die Eisenspeicher ausreichend sind. Ein Wert nahe dem unteren Ende des Normalbereichs ist zum Beispiel oft mit erschöpften Eisenreserven verbunden. 

Ausserdem fungiert Ferritin auch als „Akutphasenprotein”: Sein Wert steigt bei Entzündungen oder Krankheiten an und kann so einen tatsächlichen Eisenmangel verschleiern. 

Wenn der Ferritinwert zu niedrig ist: Was das bedeuten könnte

Ein niedriger Ferritinwert ist oft das früheste Laborzeichen für erschöpfte Eisenspeicher, noch bevor der Hämoglobinwert sinkt und sich eine voll ausgeprägte Anämie entwickelt.

Ein niedriger Ferritinspiegel kann folgende Ursachen haben:

  • Geringe Eisenaufnahme über die Nahrung (häufig bei vegetarischer/veganer Ernährung) 
  • Blutverlust (starke Menstruation, Magen-Darm-Blutungen usw.) 
  • Chronische Erkrankungen, die die Absorption beeinträchtigen (Darmerkrankungen, Entzündungen) 

Ein hoher Ferritinspiegel ist nicht immer ein gutes Zeichen

Ein hoher Ferritinspiegel bedeutet nicht automatisch, dass die Eisenspeicher gut gefüllt sind.

Es kann stattdessen auf Folgendes hindeuten:

  • Entzündungen, Infektionen oder chronische Erkrankungen (da Ferritin als Teil der körpereigenen Abwehrreaktion ansteigt). 
  • Eisenüberladung, die schädlich sein kann, wenn sich im Körper zu viel Eisen ansammelt. 

Was du tun solltest, wenn du deinen Laborbericht liest

Auch wenn die Medizin noch nicht ganz auf dem neuesten Stand ist, gibt es praktische Massnahmen, die du schon jetzt ergreifen kannst:

  • Vergleiche deinen Ferritinwert immer mit dem vom Labor angegebenen Referenzbereich und nicht nur mit den allgemeinen „Lehrbuchwerten”. Labore unterscheiden sich voneinander. 
  • Berücksichtige Symptome: Selbst ein „normaler” Ferritinspiegel kann sich niedrig anfühlen, wenn du müde oder schwach bist oder andere Anzeichen für einen Eisenmangel hast.
  • Wenn dein Ferritinwert niedrig oder im unteren Normbereich ist und du Symptome hast, lass ein komplettes Eisenprofil erstellen: Dazu gehören Serumeisen, die gesamte Eisenbindungskapazität (TIBC) oder Transferrinsättigung und Entzündungsmarker.

Denk daran, dass ein hoher Ferritinwert nicht immer zu viel Eisen bedeutet, sondern manchmal auch auf eine Entzündung hindeutet.

Wenn du also verstehst, was hinter diesem Laborwert steckt, deine Ernährung, deine Krankengeschichte und deinen Lebensstil, bekommst du ein viel klareres Bild.

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